Shout Out Louds

"Don't Cry - Work." Mit diesem Postulat, verewigt auf dem Rücken seines Debütromans "Irre", begann die Buchkarriere des Literaturberserkers Rainald Goetz. Als hätten sich die Shout Out Louds diese Forderung zu Herzen genommen, setzt die Band um Leadsänger Adam Olenius ihre Plattenkarriere nun mit dem Album "Work" fort. Wie der Titel schlussfolgern lässt, ist das dritte Werk der fünf umtriebigen Schweden das Ergebnis von Kraft mal Weg. Und diese Kräfte mussten erst einmal neu gesammelt werden, denn die Band war seit Veröffentlichung ihres Debüts im Jahre 2003 fast ununterbrochen auf Tour. Mit ihrem Mix aus Indie-Pop, Folk und Sixties-Melodik haben die fünf Kunststudenten aus Stockholm auf dem halben Erdball für Begeisterung gesorgt. Bei ihren Live-Shows löst sich die Melancholie in der Stimme von Adam Olenius stets in Schwung und Vitalität auf. Don't cry. Work!
Babylon Circus
Babylon Circus spielen keine Konzerte, sie veranstalten berauschende Spektakel. Die zehn Musiker zelebrieren eine Melange aus dem traditionellen Folk Osteuropas sowie Songelementen ihrer französischen Heimat. Urbaner Reggae, Ska, Jazz, Dub und Punk fließen ineinander und entfalten eine explosive Kraft. Ein richtiger Zirkus aber hat mehr zu bieten als nur Musik. Mit Clownereien, Pantomime und witzigen Improvisationen machen die Franzosen ihre Auftritte zum ganzheitlichen magischen Erlebnis.
Shantel & Bucovina Club Orkestar
Als der Frankfurter DJ und Clubbetreiber Stefan Hantel seinerzeit eine Reise in die Bukowina unternommen hatte, war es um ihn geschehen. Die Musik des Balkans hatte ihn infiziert und lässt ihn seitdem nicht mehr los. Shantel und sein Bucovina Club Orkestar verstehen es, einen Club, ein Konzerthaus oder eine Festivalbühne in eine autonome Partyzone zu verwandeln. In einen Ort, an dem Integration zur Realität wird. Hier trifft der Norden den Süden, der Westen verschmilzt mit dem Osten und es entsteht eine zentraleuropäische Popmusik.
The Notwist
Die Gebrüder Micha und Markus Acher haben entscheidenden Anteil daran, dass Weilheim weit über Oberbayern hinaus den Ruf erworben hat, eine der produktivsten Kreativzellen für intelligente Popmusik aus Deutschland zu beherbergen. Ob Tied & Tickled Trio, Console, Lali Puna oder MS John Soda - in diesem Improvisationszentrum ist rund um ihre gemeinsame Gruppe The Notwist ein Netzwerk von Bands entstanden, die alle miteinander in enger Verbindung stehen und in wechselnden Konstellationen immer neue innovative Projekte hervorbringen. Zusammen mit Martin Gretschman verknoten die beiden seit einigen Jahren die losen Enden von Indie-Rock, Elektronik, Pop und Jazz zu einem einzigartigen Organismus.
Präsentiert von
Kammerflimmer Kollektief
Das Kammerflimmer Kollektief klingt stets neu und immer anders. Die Klangästhetik des Trios verzichtet weitgehend auf traditionelle Formenschemata. Sie löst lineare Strukturen auf, will gehört werden, ausgespürt, ertastet, durchlitten. Der Sound baut Songs, die aus Sound gebaut sind. Songs, die aber keine Lieder mehr sind. Wie beim Jazz, scheinen auch hier die Kompositionen nur den Rahmen für Improvisationen zu liefern. Auch das aktuelle Album "Wildling" ignoriert tonale Bezüge, ist so vielschichtig und konsequent verstörend, dass man diese Platte innerhalb eines Hörvorgangs nicht annähernd erfassen kann. Musik, die ihre Gestaltungsprinzipien scheinbar ständig variiert und einen bei jeder Begegnung kollektiefer in ihren Bann zieht.
José González
Es ist fünf Jahre her, da war José González noch ein Student aus Göteborg, der mit einem stillen Akustikalbum einen musikalischen Achtungserfolg in seiner Heimat verbuchen konnte. Doch der TV-Werbespot eines Weltkonzerns hat sein Leben umgekrempelt. Durch seine stille Neuinterpretation der Knife-Nummer "Heartbeats" explodierte der Ruhm des schüchternen Schweden wie aus dem Nichts. Und das, obwohl seine Songs spröde, beinahe karge, triste Schönheiten sind. Kein Hauch von Glamour, keine opulenten Breitwandszenarien, keine schwelgerischen Streicherschwaden. Nur minimalistische Songs, in denen es neben sanft gezupften oder geschlagenen Akkorden einer Akustik-Gitarre nur seine samtene Stimme zu hören gibt. Reduzierter traut sich momentan kaum ein anderer Singer/Songwriter aufzutreten.
Präsentiert von
Get Well Soon
22.15 - 23.25 Gießhalle
Get Well Soon nennt Konstantin Gropper sein Band-Projekt. Seit dem Debüt "Rest Now Weary Head..." wird der kluge und nachdenkliche junge Mann auch international als musikalische Offenbarung gefeiert. Das Füllhorn an Opulenz, Melodienschwere und Arrangeurskunst, das Gropper über uns ausgießt, ist von erhabener Schönheit, Reife und geradezu majestätischer Würde. Sein zweites Album hat er nun "Vexations" betitelt. Für ihn ist das nicht nur der Name eines Klavierstücks von Eric Satie, sondern auch Ausdruck des Unbehagens, der Entzauberung, des Zorns und der Reibung an der Welt. Und es ist Musik voller Emotionen und Melancholie.
Präsentiert von
Efterklang & Efterkids
19.00 - 19.50 Kraftzentrale
Die Musik von Efterklang ist reich an Spielwillen, Instrumenten, Melodien, Arrangements, Stimmung und Leidenschaft. Die Dänen zeigen, dass irgendwo zwischen Sigur Ros, Radiohead und Coldplay noch genug Platz für kreatives Schaffen ist. Das aktuelle Album "Magic Chairs" strotzt vor rastloser Energie, epischen Melodien und begnadetem Songwriting. Es macht Efterklang zu einer der neuen, spannenden und hoffungsvollen Bands dieses Jahres. Unterstützt werden sie auf dem Traumzeit Festival von den Efterkids, einem Streichsextett bestehend aus Kindern im Alter von sechs bis zehn Jahren aus der Region.
Campus FM präsentiert Efterklang.
Pat Metheny Group
21.00 - 22.30 Kraftzentrale
Nach der beeindruckenden Solo-Tour mit seinem selbst entwickelten Orchestrion, kehrt der wohl einfallsreichste und wegweisendste Jazzgitarrist unserer Tage mit seiner Group, bestehend aus Lyle Mays (p), Steve Rodby (b) und Antonio Sanchez (dr), zurück. Er verleiht der Gitarre stets neue Ausdrucksformen, sucht nach neuen Sounds, geht spannende Experimente ein und klingt dabei dennoch immer unverkennbar nach Metheny. Sein Stil, sein Ton, seine Musikalität erreichen ein Riesenpublikum außerhalb der reinen Jazzgemeinde. Und so liest sich die Liste der Namen, mit denen Metheny über die Jahre zusammengearbeitet hat, wie ein Who Is Who des Jazz und Pop. Mit seiner Group wird er nun wieder der freien Improvisation nachgehen und dabei gekonnt jede musikalische Grenze einreißen.
Beatplantation
ab 21.00 Pumpenhalle, Gießhalle
Eintritt mit Tagesticket/Festivalpass frei.
Spezialticket Beatplantation nur Abendkasse: 10 Euro
Das DJ-, VJ- und Künstler-Kollektiv aus dem Ruhrgebiet hat mit der "Beatplantation" mehr als nur ein Party-Format ins Leben gerufen. Es ist eine Art Mini-Festival, das überaus erfolgreich in wechselnden Locations der Region stattfindet. Ehemalige Industriekomplexe sind ein bevorzugtes Terrain für dieses Kreativ-Team. Mit dem Traumzeit Festival haben die jungen Künstler eine Spielstätte gefunden, die ihre Ansprüche perfekt erfüllt. Und so machen sie in diesem Jahr zum zweiten Mal mit Live-Acts, DJ-Sets (zwischen Minimal Techno, Soul und Funk) sowie Performances und Installationen auf vier verschiedenen Floors die Nacht zum Tage. Sowohl Open Air als auch Indoor kennt ihr Ideenreichtum keine Grenzen. Sie präsentieren auf dem Vorplatz der Gießhalle, in der Pumpenhalle und im Kompressorenraum: Surnatural Orchestra, Jeff Silvertrust, Ttukunak, MC Tarnstrand & Jibel Jay, Breger, Desiree, Senor 45, Detuned, DJ Hitsmasher, VJ Actirock, VJ Jerry Jerome und VJ Pixelkraut.
Helge Schneider / Chilly Gonzales
21.00 - 21.50 Kraftzentrale
Wenn es bei der diesjährigen TRAUMZEIT einen Programmpunkt gibt, der die Überschrift „Überraschung“ oder sogar „Sensation“ verdient, so ist es der einmalige Auftritt von Universalgenie Helge Schneider und Chilly Gonzales als improvisierendes Piano-Duo.
Dass der Autor, Film-Macher und Komiker Helge Schneider auch ein großartiger Musiker mit einer innigen Liebe zum Jazz ist, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Immer wieder überrascht er durch originelle oder irrwitzige Soli auf Gitarre, Trompete oder Saxofon. Vor allem aber ist Helge Schneider ein großartiger Pianist, der den Jazz geradezu lebt.
Am zweiten Flügel wird Chilly Gonzales sitzen. Der Franko-Kanadier heißt eigentlich Jason Beck und wurde 1972 geboren. Er studierte Jazz-Piano und schätzt klassische Musik, experimentierte in Kanada aber zunächst mit Pop-Musik. Als er Im Jahr 2000 nach Berlin zog, entdeckte er erst den HipHop und dann den Elektro-Pop für sich. Danach folgte eine weitere Wende: 2004 veröffentlichte er das Album „Solo Piano“, eine Platte mit zumeist ruhigen Eigenkompositionen irgendwo zwischen Klassik und Jazz, die ihm viel Kritikerlob brachte. Mit diesen, ein wenig an Erik Satie erinnernden Stücken, trat der inzwischen in Paris lebende Pianist 2007 beim Glenn-Gould-Festival in Berlin auf. Ließ er in dieser Musik einen eher leisen Humor erkennen, so hatte sein erfolgreicher Versuch, mit über 27 Stunden Klavierspiel im Jahr 2009 den Weltrekord des Dauerkonzerts zu brechen, schon einen parodistischen Zug. Chilly Gonzales, der als Produzent u.a. für Feist und Jane Birkin arbeitet, ist ein musikalisches Chamäleon und somit ein idealer Partner für Helge Schneider.
Helge Schneider – Piano
Chilly Gonzales - Piano
www.helge-schneider.de
www.myspace.com/helgeschneider
www.gonzpiration.com
www.myspace.com/gonzpiration
Präsentiert von der Sparkasse Duisburg
und
Xala - The Five Elements
18.15 - 19.10 Gebläsehalle
Xala ist der Name des ersten tanzend bespielten Bodenxylophons der Welt. Die Tanz- und Musikperformerin Ania Losinger und der Erfinder und Instrumentenbauer Hamper von Niederhäusern haben dieses Unikat 1998/99 erschaffen. Dieses akustische Instrument aus 24 Klangstäben ist 400 Kilogramm schwer, 4,5 Quadratmeter groß und wird mit Flamencoschuhen, menschenhohen Stöcken und anderem Schlagwerk zum Klingen gebracht. Das Xala ist Kernstück verschiedener Produktionen mit Ania Losinger, die weltweit zur Aufführung kommen.
Das Projekt „Xala – The Five Elements“ ist eine Musik- und Tanzperformance, die den fünf Elementen Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser aus der chinesischen Medizin und Naturphilosophie gewidmet ist. Bei dieser Performance arbeitet Ania Losinger mit dem Marimba-Spieler Matthias Eser zusammen.
Ania Losinger - Xala
Matthias Eser - Bassmarimbaphon, Perkussion
Präsentiert von Pro Helvetia
Brad Mehldau
18.00 - 19.10 Kraftzentrale
Als „Jazzpiano-Meister der Post-Jarrett-Generation schlechthin” beschrieb das Deutschlandradio Brad Mehldau schon vor einigen Jahren und der inzwischen verstorbene Musikkritiker der ZEIT, Konrad Heidkamp, empfahl den Romantiker mit den Worten: „Wenn jemand eine große Sehnsucht nötig hat, hier ist sie.“
Seit Anfang der neunziger Jahre ist der Jazz-Pianist mit der klassischen Ausbildung und der Liebe zu intelligenter Popmusik auf den internationalen Bühnen präsent, sowohl mit Solo-Programmen als auch im Trio. Was ihn einzigartig macht, ist nicht allein seine großartige Technik sondern mehr noch ein ganz spezielles Wechselspiel von Improvisation und Formbewusstsein, das kaum etwas mit dem traditionellen Schema von Thema und Variation zu tun hat. Er liebt einerseits die Überraschung und das Wunder, die sich aus einer spontanen Idee entwickeln können. Gleichzeitig fasziniert ihn zutiefst die formale Architektur von Musik. Auch das prägt jeden Moment seines Spiels. Beide Seiten seiner musikalischen Persönlichkeit – der Improvisator und der Formalist – durchdringen sich und feuern sich gegenseitig zu Höchstleistungen an, an deren Ende so etwas wie ein kontrolliertes Chaos steht.
Adriana Calcanhotto
20.00 - 20.55 Kraftzentrale
Ihre Lieder sind oft leise, sanft-melancholische Kompositionen voller subtiler Poesie. Ihre Stimme fesselt den Zuhörer mit Wärme und Intensität. In ihrer brasilianischen Heimat gilt Adriana Calcanhotto als Star, der MPB (Música Popular Brasileira). Mit ihrem aktuellen Solo-Programm „Trobar Nova“ geht die Singer/Songwriterin erstmals auf eine große Europa-Tour.
Geboren wurde sie 1965 als Tochter einer Ballett-Tänzerin und eines Jazz-Schlagzeugers im südbrasilianischen Porto Alegre. Sie wuchs auf mit João Gilbertos feinsinnigem Gesang und den komplexen Innovationen von Miles Davis, aber auch mit den aktuellen Radio-Hits. Schon als Jugendliche begann sie zu singen und Lieder zu schreiben. Ihr erstes Album „Enguiço“ veröffentlichte sie 1990, zu einem Zeitpunkt, an dem das Interesse an brasilianischer Musik neu erwachte, nachdem ein Jahrzehnt lang Rockmusik den brasilianischen Markt beherrscht hatte. Der große Durchbruch kam mit ihrem zweiten Album „Senhas“.
Mittlerweile hat sie sieben Platten veröffentlicht und ihre künstlerischen Aktivitäten ausgeweitet. Sie komponiert Ballett- und Filmmusiken, schreibt Lyrik und wandte sich auch der Bildenden Kunst zu.
www.adrianacalcanhotto.com
www.myspace.com/adrianacalcanhottobrasil
Angelika Niescier sublim & MGV Concordia: Glück Auf Jazz
18.00 - 18.50 Gießhalle
Schon länger hatte Thomas Termath von der Dinslakener Jazzinitiative davon geträumt, zwei musikalische Welten miteinander in Verbindung zu bringen, die nicht nur auf den ersten Blick so gar nichts miteinander zu tun haben: den Klang der traditionellen Bergmannschöre und den Sound des zeitgenössischen Jazz. Das Kulturhauptstadtjahr machte den Traum wahr. Dinslaken vergab an die Saxofonistin, Komponistin und ECHO JAZZ Preisträgerin 2010 Angelika Niescier die Auftragsarbeit „Glück Auf Jazz“. Die in Polen geborene und in Köln lebende Musikerin brachte ihr europaweit renommiertes Jazzquartett „sublim“ gemeinsam mit dem Lohausener MGV Concordia, einem der besten Bergmannschöre, auf die Bühne. Niescier arrangierte mit großem Respekt und doch in ihrem sehr eigenen Stil äußerst gelungen Bergmannslieder wie das „Lohberger Lied“, „Wenn schwarze Kittel...“ und natürlich „Der Steiger kommt“ für Chor und Jazzquartett.
Herausgekommen ist dabei ein Projekt, das bei allem gegenseitigen Respekt auch den unkomplizierten Umgang miteinander und Spaß am Ungewohnten vermittelt. Tradition trifft Moderne, Chor trifft auf Band, Generationen treffen aufeinander und bezeugen, dass die gemeinsame Liebe zur Musik auf den ersten Blick unvereinbare Stile nicht nur zusammenzuführen vermag, sondern neue Horizonte erschließt.
Angelika Niescier – Saxofon, Komposition, Arrangement
Florian Weber – Piano
Sebastian Räther – Bass
Christoph Hillmann – Schlagzeug
MGV Concordia unter der Leitung von Norbert Grundhöfer
www.angelika-niescier.de
www.dinslaken-lohberg.de/Vereine/MGV/mgv.html
www.myspace.com/angelikaniescier
Eva Kurowski ihre Band + vier Duisburger Philharmoniker
20.45 - 21.35 Bühne am Gasometer
Sie ist die Einzigartige, die Wirkliche, die Großartige, die Bereicherung der deutschen Jazz- und Chansonszene, Sängerin und Urheberin einer vortrefflichen Sammlung anspruchsvoll vertonter Absurditäten. Authentische Lieder mit denen Eva Kurowski & ihre Band in aller Bescheidenheit beweisen, dass Jazz in Verbindung mit Evas humorvollen Texten besonders glücklich macht.
Und in der Tat fühlt man sich nach dem Konsum dieser Lieder aus dem anderen Bewusstseinszustand gesünder, weil Eva die Dinge, die für nicht wenige Menschen Anlass zum Suizid darstellen, so zu verniedlichen vermag, dass man am Ende denkt, man sei doch eigentlich mit seinem irdischen Dasein ganz gut bedient.
Das liegt vor allem an ihrer direkten unverfälschten Altstimme, mit der sie das Publikum schnörkellos zu fesseln versteht. Großen Themen wie der Liebe nähert sich Eva nur mit ironischer Distanz: „Ich bin die Zuckerplörre, die Amalgamfüllung bist du.“ Die Hässlichkeiten der Mitmenschen trägt sie mit entwaffnender Harmlosigkeit vor: „Unterm Arm hat sie nen Schweißrand, der in der Sonne glänzt wie ein Kristall.“
Ihre Jazzballade "Reich ohne Geld" wurde inzwischen zur Hymne des Tim Isfort-Orchesters, denn dieses Lied hat Eva den Musikern gewidmet.
Hartmut Kracht – E-Gitarre,
Norbert Hotz - Bass
Mike Gosen - Schlagzeug.
Tango Crash
23.30 - 00.20 Kraftzentrale
Eine widersprüchliche Botschaft scheint die jüngste CD von Tango Crash zu verbreiten. Ihr Titel „Bailá Querida“ (Tanz, meine Liebe) scheint überhaupt nicht zum Cover zu passen. Das zeigt nämlich ein Paar in klassischer Tango-Pose, doch durchgestrichen wie auf einem Verbotsschild. Tatsächlich sind es die liebgewonnen Tango-Klischees, mit denen die beiden Köpfe der Band, die in Berlin lebenden Argentinier Daniel Almada und Martin Iannaccone, brechen. Radikaler und entschlossener als die meisten Vertreter des sogenannten Electrotango experimentierten sie mit programmierten Bässen und Sounds, technoähnliche Beats oder jazzigem Feeling. Und doch bleibt eine Verbindung zur großen Tango-Tradition spürbar, nicht zuletzt durch die Stimme des Bandoneons. Getanzt werden kann zu „Bailá Querida“ auch - allerdings mit neuen Schritten und Figuren.
„Eine brandneue Mischung aus Tango, Jazz, zeitgenössischer und elektronischer Musik... ein eigenständiger Zugang zu der interessantesten und komplexesten Musik ihres Heimatlandes - dem Argentinischen Tango, “ begeisterte sich Keyboarder Joe Zawinul für Tango Crash, die erstaunlich oft auf Jazz-Festivals spielen.
Daniel Almada - Keyboards, Laptop, Videos
Martin Iannaccone - Cello, Gesang, Perkussion
Christian Gerber - Bandoneon
Martin Klingeberg - Trompete
Gregor Hilbe - Drums
www.tangocrash.com
www.myspace.com/tangocrashhttp://www.myspace.com/tangocrash
Tonspur - Kopfkino Jazz
18.30 - 19.20 Bühne am Gasometer
Ein elektronisch modifiziertes Cello, eine 100 Jahre alte Ziegenfelltrommel, die „kabumm“ macht und nicht „plöck", ein Tastencockpit aus Rhodes und Synthie sowie ein gutes altes Saxophon geben sich die Ehre. Kompositionen des Saxophonisten André Meisner: leicht zugänglich, viel Witz, viel Ironie, viel Melancholie. Von konstruiert über frei improvisiert bis hin zu schrägem Quatsch. Einladung an jeden: ob geübter Jazzhörer oder Laie. Musik zum Mitfühlen und Mitverstehen.
Eigenkompositionen, mit denen die vier die Tonspur zu all jenen Filmen kreieren, die erst beim Genuss ihrer Musik in den Köpfen ihrer Zuhörer entsteht.
André Meisner - Altsax, Komposition
Daniel Brandl - Cello, FX
Matthias Dymke - Tasten
Giuseppe Mautone - Schlagzeug
Frank Sichmann Trio
18.30 - 19.20 Bühne am Gasometer
Mit seinem neuen Projekt unternimmt Gitarrist Frank Sichmann eine lustvolle Reise in seine unverwechselbaren und ereignisreichen Klangwelten. Gemeinsam mit zwei hochkarätigen Musikern, dem Schlagzeuger Harald Ingenhag und dem Bassisten Stefan Rademacher, entwickelt der seit 20 Jahren an den Musikhochschulen in Arnheim und Essen/Folkwang lehrende Jazz-Gitarrist aktuell ein neues Programm aus sehr persönlich formulierten Eigenkompositionen & Arrangements, die den Moment in der Musik lassen.
Es sind teilweise ungewöhnliche Klänge aus Loops, Gitarrensynth, E-Bows , die sich mit dem weichen, fließendem Gitarren-Sound überraschend zusammentun – angenehm zurückhaltend, aber nicht minder eindringlich und berührend.
Es ist Jazz – aber doch viel mehr. Die Liebe zu einfachen, klaren Strukturen und eine freie, offene Spielauffassung ohne stilistische Begrenzungen, lassen der Musik Weite und Raum – geben dem Trio Intensität und zugleich Distanz zu stereotypischem Jazz-Allerlei.
Frank Sichmann – Gitarre
Stefan Rademacher – Akustikbass
Harald Ingenhag –Schlagzeug
Frank Wingold Clairvoyance
16.30 - 17.20 Bühne am Gasometer

Clairvoyance bedeutet `Hellsicht´ und steht für Klarheit, Fasslichkeit, Transparenz, aber auch für die selbstverständliche Sicherheit und Freiheit der Kommunikation zwischen den Bandmitgliedern.
Frank Wingolds neue Formation - nach den freieren, elektrifizierten oder kammermusikalischen Projekten der letzten Jahre wie agog oder Underkarl - nun die bewußte zeitgemäße Rückbesinnung des mit allen Wassern gewaschenen Gitarristen (ausgezeichnet als `Bester Solist´ beim Europe Jazz Contest Brüssel und Gewinner der Dutch Jazz Competition) auf einen originären Jazzbackground - natürlich gebrochen durch Wingolds eigenwilligen Blickwinkel. Jede Komposition evoziert eine eigene, unverwechselbare Atmosphäre, der Hörer ist nah dran an der Band, er hört die Musik in ihrem Entstehungsprozeß atmen. Ein warmer, akustischer Sound, gitarristisch und kompositorisch jedoch kompromißloser und reifer denn je - zeitgenössischer Jazz, elegant, energetisch und interaktiv.
Mit Niels Klein an Saxophonen/Klarinetten (Preisträger „jazzart crossing borders“, NRW Förderpreis 2004, Förderpreis der Stadt Köln 2005), Dietmar Fuhr (seit zwei Jahrzehnten einer der gefragtesten und meist beschäftigten Kontrabassisten der deutschen Jazzszene) und Jonas Burgwinkel (einer der ausdrucksstärksten aufstrebenden Drummer der jungen Generation) hat sich Wingold die Traumbesetzung zur Umsetzung seiner musikalischen Visionen erfüllt. Frank Wingold ist Professor für Jazzgitarre an der FH Osnabrück und Dozent für Jazzgitarre am Conservatorium in Groningen/NL.
Frank Wingold - Gitarre
Niels Klein - Saxophone, Klarinette, Bassklarinette
Dietmar Fuhr - Bass
Jonas Burgwinkel – Schlagzeug
Sebastian Gahler Trio
23.00 - 0.00 Bühne am Gasometer
Sebastian Gahler (Piano), Nico Brandenburg (Bass) und René Marx (Drums) sind eine „Working Band“: Seit 2003 spielen die hochkarätigen Musiker viel und regelmäßig zusammen, zum Teil auch in anderen Formationen. Ein Vorteil, der sich vor allem bei freien Improvisationen auszahlt: Das Trio ist bestens eingespielt, die Solisten verstehen sich blind, und dennoch verkommt kein Konzert zur Routine.
Das Sebastian Gahler Trio steht für modernen Triojazz, sämtliche Stücke sind Eigenkompositionen des Bandleaders Sebastian Gahler. Singbare, eingängige Melodien schweben über allen Titeln und lassen deren komplexe Harmonien und sehr abwechslungsreiche, teils äußerst vertrackte Rhythmen fast vergessen. Die Stücke muten lyrisch, manchmal fast melancholisch an, immer überstrahlt von Gahlers sehr eigenem Pianoklang.
Live arbeitet das Trio bisweilen mit Gastsolisten zusammen, etwa den Jazzsaxophonisten Wolfgang Engstfeld und Claudius Valk oder der Jazzsängerin Inga Lühning. Bei Auftritten auf diversen Festivals, u.a. bei der Düsseldorfer Jazz Rally, Internationale Jazzwoche Burghausen, Palatia Jazz und dem Jazzfestival Viersen, hat sich das Sebastian Gahler Trio bereits einen Namen gemacht. 2009 tourte das Trio auf Einladung der deutschen Botschaft eine Woche in Bosnien. Es folgte ein weiteres Gastspiel in Spanien im Herbst 2009.
Für das renommierte Fachmagazin „Jazzthing“ ist das Sebastian Gahler Trio schon jetzt ein aufgehender Stern am deutschen Jazzhimmel: Gahlers Debüt „Meditation“ erschien 2009 in der Reihe „Jazz thing Next Generation“ (Double Moon) – ein Ritterschlag in der Jazzszene und eine Ehre, die jährlich nur vier deutschen Newcomern zuteil wird. Auch John Taylor, international gefeierter Jazzpianist (u.a. Kenny Wheeler, Jan Gabarek, Gil Evans, Peter Erskine) und Gahlers ehemaliger Lehrer an der Hochschule für Musik in Köln, hat für „Meditation“ nur Lobeshymnen übrig: „This is a skilful and impressive debut.“ Sicher ist: Vom Sebastian Gahler Trio wird man noch einiges hören.
Die Musiker
Sebastian Gahler (*1978), Piano, entdeckte seine Liebe zum Jazz während eines Highschool-Aufenthalts in Wadena, Minnesota (USA), wo er bei verschiedenen Lehrern Klavierunterricht nahm und erste Big-Band-Erfahrungen sammelte. In Düsseldorf nahm er zunächst privaten Unterricht beim Jazzpianisten Buddy Casino (Helge Schneider) und studierte dann Jazzpiano bei Robert-Jan Vermeulen an der „Hochschule der Künste” in Arnheim (NL). Anschließend absolvierte Gahler ein einjähriges Studium der Ton- und Bildtechnik an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf. Von 2001 bis 2007 studierte er Jazzpiano (IP und KA) an der Musikhochschule Köln in den Klassen von Hans Lüdemann, Hubert Nuss und John Taylor. Das Studium schloss er als diplomierter Jazzpianist ab. Gahler besuchte zahlreiche Workshops und Masterclasses, u.a. von Barry Harris, Julian Joseph, Adam Nussbaum und Jacky Terrasson. Während eines Workshops der Berklee School of Music in Deutschland erhielt ein 5000 Dollar-Stipendium für das renommierte Bostoner Musikcollege.
Seit einigen Jahren leitet Sebastian Gahler mehrere Konzertreihen in Düsseldorf. Er musiziert dabei nicht nur gemeinsam mit erfahrenen und etablierten Künstlern aus dem ganzen Bundesgebiet, sondern betreibt auch Talentförderung, indem er regelmäßig junge Musiker z.B. aus der Kölner und Essener Jazzszene einlädt. Gahler versteht sein Engagement als kulturelle Verpflichtung: „Es ist wichtig, dass man die Jazzmusik in der Stadt am Leben hält und als Livemusiker präsent ist.“
Nico Brandenburg (*1970), Kontrabass, absolvierte ein einjähriges E-Bass-Studium am American Institute of Music in Wien, wo er u.a. Unterricht bei Bob Harisson (Airto Morerira / Flora Purim) nahm. Darauf folgte ein E-Bass-Studium an der „Hochschule der Künste“ in Arnheim (NL), mit Nebenfach Kontrabass bei Henk Haverhoek (u.a. Dexter Gordon). Nach seinem Abschluss ging Brandenburg für ein Kontrabass-Aufbaustudium bei John Goldsby (WDR Big Band) an die Folkwang Universität Essen. Während und nach der Studienzeit nahm Brandenburg an zahlreichen Workshops teil, u.a. bei Richard Bona sowie am Banff Workshop in Alberta, Kanada. Seit 2005 nimmt er privaten Kontrabass-Unterricht bei Wlodomirz Gula, dem ersten Solobassisten der Düsseldorfer Symphoniker.
Brandenburg war Bassist beim international renommierten Flamenco-Gitarristen Rafael Cortés, mit dem er auf vielen namhaften Jazzfestivals, bei Konzerten und mehreren Radio- und TV-Aufzeichnungen spielte. Er tourte mit der persischen Sängerin Nooshafarin und dem kurdischen Sänger Ciwan Haco, spielte das Debutalbum des Londoner Sängers John Gibbons (Backing Vocals bei Cat Stevens, Boy George u.a.) ein und beteiligte sich am World Dance Ensemble „Raw Artistic Soul“, einem multikulturellen Projekt von 13 Musikern aus sechs verschiedenen Nationen unter der Leitung des Kölner Produzenten Phil Kullmann. Desweiteren spielte er schon für mehrere Produktionen des Düsseldorfer Schauspielhauses.
René Marx (*1972), Schlagzeug, spielte mehrere Jahre Klavier, bevor er im Teenageralter zum Drumset wechselte. Als Vorbild gibt er den legendären Jazz- und Big-Band-Schlagzeuger Gene Krupa an, der Marx für die Jazzmusik begeisterte. Marx studierte bei Keith Copeland und Michael Küttner an der Musikhochschule Mannheim. Schon während des Studiums trat er bei Konzerten mit großen Namen wie Reiner Witzel, Olaf Polziehn, Jürgen Seefelder auf. Bald entwickelte er sich zum absoluten Swing-Spezialisten: Marx war Mitglied der ersten deutschen Neo-Swing-Band „The Swingvergnügen“ (CD: Road Rage, SPV), mit der er zahlreiche Konzerte und TV-Auftritte absolvierte. Darüber hinaus spielte er die Jubiläums-Tournee zum 80. Geburtstag von Hazy Osterwald und trat u.a. mit dem amerikanischen Swinggitarristen Marty Grosz, „Engelbert Wrobel’s Swing Society“, „Echoes of Swing“, Wolfgang Engstfeld und Señor Salsa auf.
Aktuell spielt Marx u.a. im Gary Fuhrmann Quintett und in der Indigo Jazz Lounge, zudem wird er immer wieder für Engagements des Düsseldorfer Schauspielhauses und der Philharmonie Rheinland-Pfalz gebucht.
www.sebastiangahler.de
www.myspace.com/sebastiangahlertrio
She'Koyokh Klezmer Ensemble
16.00 - 16.55 Bühne am Gasometer
Renowned for their fresh approach to exploring the roots of Jewish music, She'Koyokh's innovative arrangements, stunning solos and original compositions embrace the rich variety of musical styles found throughout Eastern Europe. Starting out in 2001 as a local street band in London’s East End, She’Koyokh soon graduated to performing internationally, with engagements at Amsterdam's Concertgebouw and the Jewish Cultural Festival in Munich. The ensemble was awarded first prize at the International Jewish Music Festival competition held in the Netherlands in 2008.
You may have encountered members of the group in recent years performing or ‘busking’ around the grounds of the powerstation. In 2008 some of the same musicians played on the Off Beats stage with Bucimis. They are the first band to graduate from the street to a main stage at the festival.
“Exhilarating” Time Out, London
“Inspirational” The Guardian
She’Koyokh Klezmer Ensemble
Line-up for Traumzeit Festival 2010:
Çigdem Aslan - Vocals
Oliver Baldwin - Double Bass
Matt Bacon - Guitar
Susi Evans - Clarinet
Meg Hamilton - Violin
Ben Samuels - Mandolin
Vasilis Sarikis - Davul, Poik, Frame Drums
Paul Tkachenko – Accordion, Vocals
Peter Bolte / Jim Campbell
20.30 - 21.20 Gebläsehalle

Peter Bolte (Altsaxophon und Flöte) und Jim Campbell (Livebearbeitung und Bandmanipulation), als Duo erstmals auf der soeben erschienenen CD „The world as we knew it in 1980“ zu hören, verbinden ihre Improvisationen mit Material, das Bolte für neunzehn Streicher der Duisburger Philharmoniker zu Papier gebracht hat.
Streicherpassagen werden improvisatorisch verarbeitet und in ausgeschriebenen Teilen wie bei der elektronischen Livebearbeitung von zuvor Festgelegtem und im Moment Entstehendem durch Übereinanderschichten von Segmenten aus verschiedenen Zusammenhängen zu den Improvisationsprozess strukturierenden und in Gang haltenden Variationen neu geordnet - so ist diese vom Traumzeitfestival 2010 in Auftrag gegebene Komposition nur mit ihren spontanen Elementen aufführbar, ihre jeweilige Realisation unwiederholbar, die einzelne Darbietung einmalig.
Musiker aus drei Welten treffen sich hier um mit ihrem Publikum ein Klangabenteuer zu erleben.
Furiosef + 10 Duisburger Philharmoniker
17.00 - 17.50 Gießhalle
Die Komposition „Holzwege ins Glück“ des Duos Furiosef, bestehend aus dem Grefrather Trompeter Markus Türk und dem Mönchengladbacher Pianisten Manfred Heinen, ist im weitesten Sinne eine eklektische Tondichtung, die Freiräume für Improvisationen lässt. In humorvoller Weise stellt das Duo zwei „archetypische“ Erscheinungen deutscher Musikkultur, das „Streichquartett“ und die „Blaskapelle“, neben die eigene künstlerische Identität: Furiosef präsentiert sich um drei weitere Musiker ergänzt als Jazzquintett.
Die drei Gruppen reisen voneinander unabhängig durch die musikalische Landschaft Deutschlands und durchleben dabei die unterschiedlichsten Erscheinungen: derb-folkloristische Töne werden von romantischen Stimmungsbildern abgelöst. Ein klassisch anmutender Streichersatz trifft auf eine Horde geblasener Kämme. Symphonische Motive werden in wilder Weise fugiert und münden schließlich in eine zarte Jazzballade. Eine Zwölftonreihe schleicht sich ins Schützenzelt und missachtet um nicht aufzufallen Schönbergs Verbot tonaler Implikation.
Oft lässt das Reisetempo nur fragmentarische Eindrücke zu, doch hin und wieder dürfen die drei Reisegruppen auch verweilen und der ein oder anderen musikalischen Erscheinung nachspüren.
Gegen Ende der Reise treffen schließlich alle Gruppen aufeinander und das Geschehen verdichtet sich zu einem fulminanten orchestralen Finale. „Holzwege ins Glück“ präsentiert historisch-zeitgenössische Multikultur und sprengt zudem die Grenzen zwischen Unterhaltungsmusik und Ernster Musik. In „Holzwege ins Glück“ wird mit ernstem Sinn aus frohem Herzen ausgelassen musiziert, in der Hoffnung, dass alle auf dieser Reise für einen kurzen Moment tatsächlich dem Glück begegnen, auch wenn wir wissen, dass wir im Großen und Ganzen wie immer auf dem Holzweg sind.
Festland
23.30 - 00.15 Bühne am Gasometer
Festland ist eine Band, die deutlich macht, dass es jenseits des klassischen Pop- und Indie-Kanons hierzulande Musik geben kann, die sich entweder sämtlichen Kategorien entzieht oder sie einfach alle zusammen führt. Sie singen sanft und zumeist zweistimmig die melancholischen, sehnsüchtigen Texte ihres Malerfreundes Fabian Weinecke. Es ist ein einzigartiges Phänomen in der deutschsprachigen Popmusik, dass jemand außerhalb der Band für die Textproduktion - quasi das Libretto - zuständig ist und zugleich das Artwork maßgeblich beeinflusst. Das Trio aus Essen bastelt aus Samples und live gespielten Instrumenten ein völlig eigenes Club-Universum zusammen und holt dabei sogar Steve Reich auf die Tanzfläche. Festland tragen seit langer Zeit das Wissen um die Produktionstechniken und die musikalische Kraft von House und Artverwandtem in sich. Auch der Indie-Pop-Kosmos ist ihnen nicht fremd und so entwickeln sie ein dichtes Gewebe aus Klängen, Geschichten und Symbolen. Im Instrumental „Tannhäuser Tor“ zitieren sie nicht nur Wagner, sondern auch Ridley Scotts „Blade Runner“. Das alles klingt aber zu keinem Zeitpunkt angestrengt oder kopflastig, sondern lebt von spielerischer Leichtigkeit, die oftmals direkt in die Beine geht.
The Dorf
18.15 - 19.10 Bühne am Gasometer
THE DORF ist eine monatlich im Dortmunder Jazzclub Domicil aufspielende Großband aus abenteuerlustigen Musikerinnen und Musikern verschiedenster Couleur. Seit 2006 kommen 15 - 25 hervorragende Musiker aus allen Himmelsrichtungen zusammen, proben, essen und spielen zusammen Stücke, die der imposanten Besetzung auf den „Leib“ geschrieben sind. Bandleader, Dirigent und Komponist ist Jan Klare, ein über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannter Saxofonist. Seine Stücke werden von Ensembles der Neuen Musik ebenso gespielt wie von der WDR Big Band.
THE DORF ist eine aufregende, schillernde Band mit zwei Schlagzeugern, bis zu vier Gitarristen und einer Streicher-Sektion. Über die erste CD der Band, ebenfalls THE DORF genannt, schrieb Sven Thielmann in Stereoplay 01/09 treffend: „…. klingt wie Duke Ellington auf Speed trifft Thrash Metal, garniert mit Free Jazz. …. Grandios opulenter Bombast-Jazz, der schärfste Big-Band-Sound seit Gil Evans selig und der Hammer für jedes Festival.“ Und die Münstersche Zeitung jauchzt: „Ein einmaliges Erlebnis – extensiv, exzessiv, ekstatisch.“
www.janklare.de
www.myspace.com/janklarethedorf
Martin Verborg - Violine
Ludger Schmidt - Cello
Markus,Türk - Trompete
John Dennis Renken - Trompete
Axel Knappmeyer - Sopranax
Gilda Razani - Sopransax
Veit Lange - Tenorsax
Christof Berndt - Basssax
Peter van der Heusen - Baritonsax
Alex Giffey - Posaune
Alex Morsey - Tuba
Christian Hammer - Gitarre
Serge Corteyn - Gitarre
Andreas Wahl - Gitarre
Oliver Siegel - Synthesizer
Stuart Grimshaw - Electronic
Jim Campbell - Electronic
Achim Kämper - Electronic
Hartmut Kracht - Bass
Volker Kamp - Bass
Tobi Lessnow - Drums
Simon Camatta - Drums
Denis Cosmar - Sound
Jan Klare – Komponist, Dirigent
Caroline Thons Thoneline Orchestra
15.30 - 16.20 in der Kraftzentrale
Anknüpfend an den Sound zeitgenössischer Big Bands, wie ihn beispielsweise Bill Dobbins, der ehemalige Leiter der WDR Big Band, repräsentiert, hat die Saxofonistin und Komponistin Caroline Thon eine eigene Handschrift für ihr „Thoneline Ochestra“ entwickelt. Kennzeichnend für ihren Stil sind ein großer Reichtum an Klangfarben, der instrumentale Einsatz von Gesang und ein gelungenes Wechselspiel von komplexen Themen und großem improvisatorischen Freiraum der einzelnen Musiker.
Caroline Thon studierte zunächst klassisches Saxofon in Wuppertal, um dann nach einem einjährigen Studium am Berklee College in Boston ein Studium der Jazzkomposition in Köln u.a. bei Bill Dobbins zu absolvieren. Die Geburtsstunde ihres Thoneline Orchestras schlug 2008 mit einem Kompositionsauftrag des Landesmusikrats NRW. Für das Europäische Musikfestival in Stuttgart 2008 erhielt sie gemeinsam mit Patrick Bebelaar einen Kompositionsauftrag für eine Bearbeitung von Bachs „Kunst der Fuge“ aus der Sicht des Jazz.
www.carolinethon.de
www.myspace.com/thonelineorchestra
Matthias Knoop, Christian Winninghoff, Matthias Bergmann, Steffie Deckers – Trompeten
Benjamin Degen, Tobias Wember, Phillip Schug, Stephan Schulze – Posaunen
Florian Trübsbach, Frank Sackenheim, Stefan Mattner, Jens Böckamp, Norbert Emminger – Saxofone
Laia Genc – Piano
Sebastian Räther – Bass
Danny Schröteler – Schlagzeug
Solisten
Frank Wingold – Gitarre
Filippa Goja – Gesang
Andy Emler MegaOctet
17.30 - 18.20 Kraftzentrale
Seit 20 Jahren ist diese neunköpfige Formation eines der erstaunlichsten Phänomene der französischen Szene: die „Formel 1“ des französischen Jazz, wie sie von der Presse genannt wird. Obwohl seit der Gründung 1989 über 60 Musiker aus der ersten Reihe des französischen Jazz in dieser Formation gespielt und ihren Sound beeinflusst haben, hat der Leitgedanken von Andy Emler, "living Music music for the early 21st century" zu kreieren, nach wie vor Gültigkeit. Geblieben sind ebenfalls die "unbändige Spiellust und der Freigeist Andy Emlers" (Deutschlandradio Kultur). Seine Formation steht für eine Musik, die sich kultiviert, lyrisch, verspielt und energisch gibt und sich zwischen allen Musikstilen ansiedelt und so unterschiedliche Einflüsse wie Zappa, Miles Davis, Debussy, Prince, Reich und Ellington aufweist.
Andy Emler - Piano, Komposition
Laurent Blondiau - Trompete
Laurent Dehors - Tenorsaxofon, Klarinette
Thomas de Pourquery – Sopran- und Altsaxofon, Gesang
Philippe Sellam - Altsaxofon
François Thuillier - Waldhorn
Claude Tchamitchian - Kontrabass
Eric Echampard - Schlagzeug
François Verly - Perkussion
Dieses Konzert wird unterstützt von SACEM und CULTURES FRANCE
Shift
23.00 - 23.50 Kraftzentrale
Wir kennen den Stummfilm-Pianisten, der mit seinen Improvisationen die Bilder kommentiert. Doch SHIFT funktioniert anders. SHIFT ist eine Abfolge interaktiver Kurzfilme und eine Reise in eine Traumwelt: Das Bild fragt, das Klavier antwortet und dann werden die Rollen getauscht. Sehr zum Vergnügen des Zuschauers, der in diesem Wirbel aus Bildern und Klängen aufgehen kann.
Der Regisseur Antoine Carlier improvisiert, in Interaktion mit dem Pianisten Guillaume de Chassy, live auf der Bühne den Schnitt des Films. Er bestimmt in Echtzeit die Abfolge zuvor aufgenommener Bildsequenzen, das Tempo der Bewegungen, das Licht usw. Der Pianist reagiert auf die Bilder und improvisiert über seine eigenen Kompositionen.
Guillaume de Chassy ist seit mehr als zehn Jahren in der französischen Jazzszene präsent und hat sich mit einer Serie von äußerst gelungenen Alben, die alle bei Bee Jazz erschienen sind, einen Namen gemacht. Man kennt und schätzt ihn als Pianisten mit einem sehr klaren Stil und als Suchenden mit originellen Ideen.
Guillaume de Chassy – Piano, Komposition
Antoine Carlier - Bildregie, Live-Schnitt
Dieses Konzert wird unterstützt von CULTURES FRANCE
Blood Sweat Drum’n’Bass Big Band feat. Jørgen Munbeby
20.15 - 21.15 Bühne am Gasometer
Eine Big Band, die 10.000 Rockfans zum Kochen bringt? Der dänischen Blood Sweat Drum’n`Bass Big Band gelang dieses Kunststück beim Roskilde-Festival 2007. Allerdings ist die die 2001 gegründete Großformation wie der Name schon vermuten lässt kein normales Jazz-Orchester. Sie selbst beschreibt ihren Sound treffend als futuristisch-experimentelle Jazz-, Rock-, Pop-, Free-, Elektronik-, Drum’n’Bass- Bigband-Musik. Bei der TRAUMZEIT wird sie mit 27 Musikerinnen und Musikern auf der Bühne stehen: Sieben Saxofone, vier Trompeten, vier Posaunen und eine Gitarre werden getragen von einer großen Rhythmus-Gruppe aus drei Keyboarden, zwei Bassisten und drei Schlagzeugern/Perkussionisten. Dazu kommen zwei Sängerinnen und als Gastsolist der norwegische Multiinstrumentalist Jørgen Munkeby. Spielen werden sie sicher Stücke ihrer neuen, vierten CD, deren Erscheinen für Juli 2010 angekündigt wird.
www.bsdnb.com
www.myspace.com/bloodsweatdrumnbass
Jens Christian Jensen – Dirigent, Sopransaxofon
Ole Visby – Sopransaxofon
Julie Kjær – Altsaxofon
Jakob Danielsen – Tenorsaxofon
Nikolai Schneider – Tenorsaxofon
Harald Langåsdalen – Baritonsaxofon
Mette Rasmussen – Baritonsaxofon
Søren Phille Bærbak – Trompete
Bent Hjort – Trompete
Rene Damsbak – Trompete
H.C. Erbs – Trompete
Jens Overby – Posaune
Jens Kristian Bang – Posaune
Kirstine Kjærulff Ravn – Posaune
Anders Østergaard Frandsen – Posaune
Kasper Falkenberg – Gitarre
Kasper Bjerg – Fender Rhodes
Sidsel Foged Hyllested – Bass
Rune Werner – Bass
Espen L v Lillienskjold – Schlagzeug
Jais Poulsen – Schlagzeug
Magnus Lindgaard Jochumsen - Schlagzeug
Jørgen Munkeby – Special Guest, Gitarre, Saxofon, diverse Instrumente
Gunhild Overegseth – Gesang
Turid G. Lauridsen - Gesang
Sofus Forsberg – Elektronik
Morten Laursen - Sound
Ttukunak
17.15 - 18.00 Gießhalle
Die baskischen Zwillingsschwestern Maika und Sara Gomez bilden das Perkussions-Duo Ttukunak. Ihr außergewöhnliches Instrument heißt Txalaparta und diente in ihrer dünn besiedelten Heimat in früheren Zeiten zur Übermittlung von Nachrichten. Das Txalaparta besteht aus Steinen, Hölzern oder Röhren, die verschiedene Tonhöhen ergeben, wenn sie angeschlagen werden. Ttukunak gilt als das führende Duo auf diesem archaischen Instrument. Die Schwestern spielen vor allem auf ca. 2 Meter langen, unterschiedlich dicken Brettern, die mit Holzstäben angeschlagen werden.
Maika und Sara Gomez setzen sich einerseits mit der bis ins Römische Reich zurückreichenden Geschichte und den alten Rhythmen des Txalaparta auseinander, suchen aber gleichzeitig nach innovativen Variationen. Diese Offenheit führte sich auf internationale Festivals oder in die Londoner Royal Albert Hall und brachte sie mit Musikern oder Gruppen wie John Zorn, Ojos Brujos oder Arto Tunçboyaciyan zusammen.
Ttukunak zelebriert einzigartiges Feuerwerk aus Rhythmus, Kraft, Eleganz und Koordination.
Jean-Marie Machado „Danzas“: Fiesta Nocturna
19.15 - 20.15 Gießhalle
Schon seine Biografie lässt Jean-Marie Machado wie eine Verkörperung des Mittelmeerraumes erscheinen. Als Kind portugiesisch-italienischer Eltern in Marokko geboren, wuchs er in Frankreich auf, studierte klassisches Piano und setzte sich gleichzeitig mit zeitgenössischem Jazz auseinander. Mittlerweile zählt der Komponist und Pianist zu den profiliertesten Musikerpersönlichkeiten Frankreichs. Seine Musik lässt dabei die Grenzen zwischen Jazz, klassischer und traditionell-mediterraner Musik verschwimmen. Mit seinem neuen Nonett „Danzas“, das aus seinem „Sextet Andaloucia“ hervorging, setzt er sich mit Tanzmusik der unterschiedlichsten Epochen und Kulturkreise auseinander. Sarabanden, Tarantella, Reels und Rock‘nRoll verbinden sich zu einer „Fiesta Nocturna“, so der Name des ersten Programms von „Danzas“. Die neunköpfige Band entführt in die weite, farbenfrohe Welt der tanzbaren Musik, eine Welt, die Jean-Marie Machado aufnimmt, fantasievoll verändert und neu erfindet.
Jean-Marie Machado - Piano, Komposition
Claus Stötter - Trompete
Jean-Charles Richard - Saxofon
Georgui Kornazov. - Posaune
François Thuillier - Tuba
Joce Mienniel - Flöte
Didier Ithursarry - Akkordeon
Nicolas Larmignat - Schlagzeug
Henning Sieverts - Kontrabass
Dieses Konzert wird unterstützt von CULTURES FRANCE
Micol & Theurer
19.45 - 20.35 Pumpenhalle

Der Berner Klarinettist und Saxophonist Philippe Micol zählt ohne Zweifel zu den Bläsern mit dem breitesten Spektrum. Klassik und Moderne, Mainstream und Avantgarde, alles beherrscht er souverän mit einer ganz eigenen Note. Seine besondere Liebe aber gilt der freien Improvisation. Hier kann er seiner großen Lust an der Klangerforschung nachgehen, seinem ständigen Bestreben, die Grenzen der musikalischen Form wie der instrumentalen Beschränkungen zu erweitern. Seine exzellente Technik hilft ihm, sich immer weiter in die unerhörten Möglichkeiten seiner Instrumente hinein zu tasten. Der Wittener Pianist Martin Theurer vermittelt die gleiche Faszination am unbekannten Terrain. Nach klassischer Ausbildung startet er in den 1970er Jahren als Free Jazz-Pianist, dringt aber abseits vom Power-Spiel mit unglaublicher Subtilität in Klangwelten ein, die nur ihm zu gehören scheinen. Seine Improvisationen im Klangkörper des Klaviers, auf den Saiten, dem Rahmen verblüffen die Fachwelt. Manchmal fragt man sich, welches Instrument man eigentlich hört. Bis heute gilt er als der wohl beste "inside"-Spieler weltweit.
Zwei Musiker der internationalen Spitzenklasse haben sich gefunden, in ihrer Liebe zum Unerwarteten, ihrer Begeisterung für die perkussiven Möglichkeiten ihrer Instrumente, ihrem "Klangzeug".
Philippe Micol (CH) - Klarinetten, Saxophone
Martin Theurer (D) - Klavier, Trompete

Yejin Gil
19.30 - 20.15 Kraftzentrale

Werke von György Ligeti, Unsuk Shin u.a.
Was für eine Begabung, was für eine phänomenale Technik, was für eine instinktive, überschäumende Musikalität: Man muss Yejin Gil erlebt und gesehen haben, wie diese zarte, fragile Gestalt mit ungeheurer Kraft und Präzision die aberwitzigsten Partituren meistert. Kein Wunder, dass die junge Koreanerin Preise gleich reihenweise gewinnt. Zuletzt in Orléans, wo sie als Einzige alle vier Hauptpreise mitnahm. Und kein Wunder, dass ihr Ruhm sie bereits in jungen Jahren in die bedeutenden Konzerthäuser der Welt trägt.
Aber Yejin Gil ist keine Hochleistungssportlerin an den Tasten. Der Ausdruck der Musik, besonders der zeitgenössischen, geht ihr über alles. Die als "schwierig" verschriene Neue Musik verwandelt sich unter ihren Händen in ein lebendiges, atemberaubendes Ereignis. Man hört die Assoziationen, die etwa Ligeti oder seine Schülerin Unsuk Shin in ihren Stücken verarbeiteten: Jazziges, Romantisches verbindet sich mit futuristischen Strukturen und enorm kraftvoller Rhythmik. Dies verdankt Gil sicher auch ihrem Lehrer. Sie studierte beim Meister des modernen Klavierspiels, bei Bernhard Wambach hier in Duisburg.

Ensemble 2013
18.15 - 19.05 Gebläsehalle

Spätestens seit Ende der 1960er Jahre bildet die Improvisierte Musik eine eigenständige Kunstform zwischen avanciertem Jazz und Neuer Musik. Vom ersten nimmt sie Energie, Spielfreude und Reaktionsschnelligkeit, von der zweiten Reichtum und Genauigkeit der Klangfarben und Spieltechniken. Mustergültig kann man dies am Ensemble 2013 erfahren. Alle Mitglieder gehören seit Jahrzehnten zur Crème der europäischen Improvisatoren, sind enge Weggefährten, die sich in den unterschiedlichsten Gruppierungen immer wieder begegnen. Ihre traumwandlerisch sicheren Aktionen scheinen eine Art heiterer Gelassenheit auszustrahlen. Mühelos werden die Grenzen der Instrumente überschritten, ist plötzlich nicht mehr ganz klar, was jetzt von wem kommt. Oben und unten, Haupt- und Nebenstimme - die traditionellen Hierarchien der Musik werden aufgehoben. Die Tänzerin Caroline Knöbl verleiht dem dichten, energetischen Gewebe eine zusätzliche Dimension, indem sie die Klangzeichnungen in anmutige spontane Choreographien umsetzt.
Caroline Knöbl - Tanz
Joachim Zoepf - Saxophone, Bassklarinette
Uli Phillip - Kontrabass
Wolfgang Schliemann - Schlagzeug, Perkussion

Wambach & Poore
16.45 - 17.35 Pumpenhalle


Werke von John Cage, Cornelius Cardew, Melvyn Poore, Christian Wolff
Zwei Großmeister der Neuen Musik und eine Premiere bei Traumzeit: Seit 30 Jahren zählen Melvyn Poore und Bernhard Wambach zu den bedeutendsten Interpreten der zeitgenössischen Musik weltweit. Sie kennen und sie schätzen sich sehr, haben aber bisher noch nie als Duo zusammengearbeitet. Zum ersten Mal erleben wir zwei Musiker zusammen auf der Bühne, die die Entwicklung der Neuen Konzertmusik nicht nur hautnah miterlebt, sondern auch entscheidend mitgestaltet haben. Nur wenige Andere können auf solch eine beeindruckende Liste von Komponisten verweisen, mit denen sie gearbeitet haben: Nono, Kagel, Boulez, Stockhausen, Feldman, Cage..., um nur die bekanntesten zu nennen.
Ihr Programm setzt sich mit dem Spannungsfeld von freiem und genau determiniertem Spiel auseinander, etwas, das in der amerikanischen und britischen Avantgarde immer viel lebendiger und fokussierter war und ist als in der kontinentaleuropäischen. Die Musiker sind hier keine bloßen Textexegeten, sondern nehmen aktiv an der Gestaltung der Musik teil. Der Komponist begegnet den Musikern auf Augenhöhe, wird mehr Ideengeber als Herrscher. Beispielhaft hier das Stück von Cornelius Cardew, das graphisch notiert ist und eher anregt als allzu genau festzulegen. Die Musik verläßt die starren Grenzen des "Werks", das die sogenannte "ernste" Musik so liebt. Sie wird überraschend und unvorhersehbar. Ganz gemäß Cages Wunsch, "die Klänge zu befreien".
Melvyn Poore - Tuba, Live-Elektronik
Bernhard Wambach - Klavier

Zupkovà & Hanne
16.30 - 17.20 Gebläsehalle
Spätestens mit ihrer CD Prague I Hannover hat sich die Tschechin Lenka Zupkovà in die europäische Spitzenklasse katapultiert. Meisterhaft dokumentiert sie hier ihr langjähriges Arbeitsfeld: Die minutiöse Durchdringung und Verschmelzung von Komponiertem und Improvisiertem, von Geplantem und Ungewissem. Immer geht es ihr um das Aufbrechen von Schubladen, von allzu selbstverständlichen Kategorien. Die Komponisten, denen sie Aufträge erteilt, gehören häufig nicht zum akademischen Mainstream. Auch ihr Instrumentarium erweitert die klassisch ausgebildete Geigerin durch eine 5-saitige E-Violine und ein Arsenal von Elektronik, das jeden Gitarristen neidisch macht. Und all das setzt sie mit einer Leichtigkeit und mit einem Charme ein, der bestens zu ihrem feinen Humor passt.
Seit Jahren arbeitet Zupkovà mit einem Gleichgesinnten zusammen. Willi Hanne zählt ohne Zweifel zu den profiliertesten deutschen Jazzschlagzeugern. Aber auch er bricht immer wieder aus der zuweilen allzu überschaubaren Klang-und Formenwelt des Jazz aus und stürzt sich ins elektroakustische Abenteuer. Höchste Meisterschaft gepaart mit Spielwitz und überbordender Phantasie.
Lenka Zupkovà - Violine, E-Violine, Live-Elektronik
Willi Hanne - Schlagzeug, Sampler, Live-Elektronik

Surnatural Orchestra
22.00 - 22.50 Pumpenhalle
Rund 20 Musikerinnen und Musiker haben sich in diesem Projekt zusammen gefunden, um ihrem Spaß an tönenden und optischen Spielereien einen Rahmen zu geben. Gespeist aus den verschiedensten Traditionen, erweist sich die unkonventionelle Großformation bei präzisen Arrangements als ebenso souverän wie bei „gelenkten Improvisationen“. Beweglich, dynamisch und energiegeladen entfaltet die Band ein poetisches und üppiges Klang-Universum gespickt mit überraschenden Wendungen.
In ihrer Gründungsphase um 2001 interpretierte sie vor allem eigenwillige Klezmer-Arrangements. Allmählich entwickelte sich das Orchester weiter und spielte Kompositionen einzelner Mitglieder. In diesem Prozess wurde auch die gelenkte Kollektiv-Improvisation zu seinem Markenzeichen. Manchmal führen sogar zwei oder drei „Dirigenten“ Teile des Orchesters durch ein musikalisches Abenteuer, das sich aus wilden Ragas, Rock, Filmmusiken, Walzern in zwei Geschwindigkeiten, Jazz, gewaltigen Orchester-Tutti und entfesseltem Techno zusammensetzen kann. Gleichzeitig inszeniert sich das Klang-Kollektiv als typisch französisches Spektakel mit verrückten Kostümen und überraschenden Lichteffekten.
www.surnaturalorchestra.com
www.myspace.com/surnaturalorchestra
Walter Thomson - Leitung
Yann Priest - Trompete
Julien Rousseau - Trompete
Guillaume Dutrieux - Trompete
Fabrice Theuillon – Baritonsaxofon
Nicolas Stephan – Tenorsaxofon
Robin Fincker – Tenorsaxofon
Jeannot Salvatori – Altsaxofon
Baptiste Bouquin – Altsaxofon
Adrien Amey – Sopransaxofon, Sopranino
Hanno Baumfelder – Posaune
François Roche-Juarez – Posaune
Judith Wekstein – Posaune
Sylvaine Helary – Flöte
Clea Torales - Flöte
Jérôme Ballero – Sousafon
Shan Lefrant - Sousafon
Antonin Leymarie - Perkussion
Boris Boublil - Keyboards
Damien Cristea, Manu Cealis - Licht
Camille Sauvage - Grafik
Benoît Gilg - Ton
Dieses Konzert wird unterstützt von CULTURES FRANCE
Ibrahim Maalouf
19.15 - 20.05 Gießhalle
Der Trompeter Ibrahim Maalouf ist eine lebende Brücke zwischen Orient und Okzident, zwischen Barock, Jazz, Rock und Elektronik. Geboren wurde er 1980 in Beirut. Zwar floh seine Familie kurze Zeit später vor dem Bürgerkrieg nach Frankreich, doch sein Kontakt zum Libanon riss nie ab. Er studierte Trompete am Conservatoire Supérieur de Paris, stürzte sich in die Barockmusik, gewann 15 klassische Musikpreise, war aber auch auf Stings Winter-Album zu hören oder auf Aufnahmen der Sängerin Lhasa. Seinen ganz eigenen Sound entwickelte er auf einer Trompete mit vier Ventilen, die sein Vater, ebenfalls ein renommierter Trompeter, in den 1960er Jahren entwickelt hatte, um die Viertelton-Skalen der arabischen Musik spielen zu können.
Mit seinem zweiten Album „Diachronism“ sorgte Maalouf in Frankreich für Aufsehen. Die feinsinnige Alchemie dieser Musik spiegelt Maaloufs doppelte Identität zwischen Okzident und Orient wider und zeigt seine Offenheit für alle Arten von Musik. Im Konzert bietet seine Band einen explosiven Cocktail aus alten orientalischen Melodien, progressivem Rock, Funk, Pop, jazzigen Höhenflügen und Ausflügen in den Hip-Hop mit einem Sound und einer Energie, die dem orientalischen Rock nahestehen.
Ibrahim Maalouf — Trompete
Julien Charley — Schlagzeug
Franck Woeste — Fender-Rhodes
Nenad Gajin — Gitarre
Benjamin Molinaro — E-Bass
www.ibrahimmaalouf.com
www.myspace.com/ibrahimmaalouf
Dieses Konzert wird unterstützt von CULTURES FRANCE
De Kift
20.15 - 21.05 Bühne am Gasometer
Schrammelnde Gitarren, schlingernde Blechbläser und dazu ein Gesang, der bisweilen an einen Chor betrunkener Seeleute erinnert – mit ihrer abenteuerlichen Mischung aus Postpunk, Folk, niederländischem Pop und der Tradition der Blaskapellen hat sich De Kift nicht nur in der Musik-Szene ihrer Heimat einen festen Platz erobert. Sogar in den USA sind zwei ihrer Platten, Krankenhaus und IJverzucht, auf Vinyl erschienen, was bei einer Band, die Niederländisch singt, erstaunlich ist.
Endstanden auf der Welle von Art Rock und Punk in den achtziger Jahren, pflegt die Band bis heute einen einzigartigen, störrischen Sound, bei dem auch schon mal ein Karton mit leeren Dosen, ein Fahrrad oder eine Winde zu Perkussions-Instrumenten mutieren können. Zu ihren Bewunderern gehören u.a. auch Calexico, Franz Ferdinand und Zita Zwoon, mit denen sie eine Serie von Single-Platten veröffentlicht haben, auf denen sich die Bands gegenseitig coverten.
Ferry Heyne – Komposition, Gesang, Posaune, Gitarre
Jan Heijne – Trompete
Han Hulscher – Trompete
Patrick Votrian – Posaune, Tuba
Mathijs Houwink – Bass
Wim ter Weele – Schlagzeug
Pim Heijne – Gitarre
Marco Heijne – Gesang
Schlagwerker der Duisburger Philharmoniker
Triangel war gestern! Die Schlagwerker der Duisburger Philharmoniker, Kersten Hanke, Frank Zschäbitz und Christoph Lamberty, entfliehen dem Orchestergraben, um gemeinsam mit ihren perkussiven Freunden Laura Flanz, Markus Mayer und Guido Pieper ihr mannigfaltiges Instrumentarium bei der TRAUMZEIT auszubreiten Das Programm eröffnet die Komposition "Lift Off" für Schlagzeugtrio von Russel Peck, für je je 3 Tom-Toms, mit denen Zschäbitz, Lamberty und Hanke alle Facetten der Fellinstrumente ausreizen. Höhepunkt des Stücks ist die klangliche Imitation eines Hubschrauberstarts. In "Schatten und Differenzen" von Frank Zabel stellen Marimbaphon und Vibraphon zunächst das Thema vor, das durch Live-Elektronik mit Echos, Loops und Verzerrungen bearbeitet wird, während die Spieler wieder auf die veränderten Klänge reagieren. "Fiesta del Sol" von Eckard Kopetzki ist ein unterhaltsames Stück mit karibischem Flair, bei dem Marimbaphone, ein Vibraphon, ein Drum Set und weitere Percussion zu Einsatz kommen.
Kersten Hanke, Vibraphon
Frank Zschäbitz, Snare Drum, Shaker, etc.
Christoph Lamberty, Drum-Set
Laura Flanz, Marimbaphon I
Markus Mayer, Marimbaphon II
Guido Pieper, Marimbaphon (Schatten und Differenzen)
Frank Zabel, Live-Elektronik (Schatten und Differenzen)
